Schusswirkung und Expansion

Es ist für ein Jagdgeschoss unmöglich, in allen Situationen seine höchste Leistung zu entfalten. Die Geschossgeschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufschlagens, die Konstruktion und der Sitz der Kugel sind nur einige aller Faktoren, die die Folgen des Schusses ausmachen.

Wir haben ein schematisches Bild verschiedener Geschosse entworfen, wie sie sich bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten in ballistischer Gelatine verhalten. Wir hoffen, dass Ihnen dieses bei der Entscheidungsfindung für die Auswahl eines genau Ihren speziellen jagdlichen Verhältnissen angepassten Geschosses hilfreich ist.

Ist der Geschossmantel dünn- mit der Folge, dass das Geschoss leicht expandiert-, dann ist die Wirkung gerade bei Lungenschüssen oft sehr gut. Würde das gleiche Geschoss einen starken Knochen treffen, bevor es die Lunge erreicht, so kann dieses Geschoss allzu stark expandieren und zerlegt sich, bevor es entsprechend tief eingedrungen ist und vitale Teile ausgeschaltet hat. Die Tiefenwirkung ist also nicht zufriedenstellend.

Würden wir hierfür ein Geschoss mit starkem, trägen Mantel einsetzen, nur um die Tiefenwirkung sicherzustellen, so kann die Schusswirkung bei reinen Lungentreffern unbefriedigend sein, weil die Geschossexpansion sich kaum entwickelt. Gerade hier muss man mit längeren Fluchtstrecken rechnen. Das grosse Eindringvermögen jedoch bewirkt auch bei Durchschüssen stärkerer Knochensubstanz die zuverlässige Ausschaltung vitaler Teile des Stückes.